Heuschnupfen: Symptome, Auslöser und was im Alltag wichtig ist
Immer mehr Menschen sind von Heuschnupfen, allergischem Asthma oder anderen Pollenallergien betroffen. Vielleicht kennst du die Beschwerden bereits seit Jahren oder bemerkst sie immer wieder während der Pollensaison.
In diesem Artikel bekommst du Informationen rund um Heuschnupfen und Pollenallergien. Zudem geben wir dir Hinweise dazu, was im Alltag während der Pollensaison wichtig sein kann. Auch das Zusammenspiel von Darm und Immunsystem wird in der Forschung näher untersucht.
1. Alles zu Heuschnupfen: Entstehung, Ursachen, Symptome
Im Folgenden erklären wir dir zunächst, wie Pollenallergien entstehen und weshalb auch das Zusammenspiel von Darm und Immunsystem wissenschaftlich betrachtet wird.
Entstehung von Allergien
Eine Allergie ist zunächst einmal nur eine Überreaktion des Immunsystems. Dabei werden eigentlich harmlose, körperfremde Substanzen (Allergene) vom Körper als schädlich eingeordnet und bekämpft. Es gibt verschiedene Allergie-Arten. Die meisten Allergene werden über die Luft eingeatmet (z. B. Blütenpollen und Hausstaubmilben) oder über die Nahrung aufgenommen (Lebensmittelallergien).
Zahlen & Fakten: Nach Einschätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) entwickeln im Laufe des Lebens rund 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens eine Allergie. Davon leiden 14,8 % der Erwachsenen insgesamt laut Selbstangabe an Heuschnupfen.
Ursachen für Heuschnupfen
Die Ursachen für eine Überreaktion des Immunsystems auf Pollen sind noch nicht ausreichend erforscht. Eventuell spielt die Genetik eine Rolle, weshalb einige Menschen an Heuschnupfen leiden und andere nicht. Leiden Eltern an einer Pollenallergie, scheint das Risiko höher zu sein, dass auch ihre Kinder früher oder später diese Allergie entwickeln.
Auch ob und welche Rolle Luftschadstoffe bei der Entstehung von Heuschnupfen spielen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Forschende vermuten, dass sie eine Pollenallergie begünstigen können.
Zudem steht auch die Hygiene-Hypothese als mögliche Ursache des Heuschnupfens im Raum. Demnach liegt die Ursache an unserer hierzulande besonders keimarmen Umgebung. Aber auch hierfür liegen bislang keine aussagekräftigen Erkenntnisse vor.
Heuschnupfen-Symptome
Allergien können jederzeit entstehen. Es ist nicht unüblich, dass auch erwachsene Menschen noch neue Allergien entwickeln. Viele nehmen daher die Heuschnupfen-Symptome auch gar nicht wirklich wahr. Denn im ersten Moment könnten es auch Beschwerden einer Erkältung sein.
Häufige Allergiesymptome sind:
- laufende, verstopfte, oder juckende Nase
- tränende, juckende oder rote Augen
- Fließschnupfen
- Nasennebenhöhlen-Schmerz
- Niesen
- Husten
- juckender Rachen und Gaumen
- juckende Haut
2. Was im Alltag während der Pollensaison helfen kann
Wir geben dir in diesem Artikel drei Alltags-Tipps mit an die Hand, die während des jährlichen Pollenflugs im Alltag hilfreich sein können.
Hinweis: Für die Behandlung von Heuschnupfen gibt es zudem verschiedene medizinische Behandlungsformen. Zur häufig angewendeten ärztlichen Behandlung zählt eine spezifische Immuntherapie. Die Therapie ist auch unter den Namen Heuschnupfen-Desensibilisierung oder Heuschnupfen-Hyposensibilisierung bekannt.
Tipp 1: Pollen-Kontakt meiden
So offensichtlich und schier unmöglich „Pollen zu meiden“ zunächst klingt, auch in deinem Alltag und zu Hause kannst du ein paar Dinge beachten, um Kontakt mit den Auslösern einer Pollenallergie zu reduzieren.
Regelmäßiges Stoßlüften
Forschende der Technischen Universität München haben anhand von Birkenpollen herausgefunden, dass Stoßlüften die effektivste Lüftungs-Strategie ist, um drinnen die Pollenkonzentration so gering wie möglich zu halten.
Durch regelmäßiges Stoßlüften kannst du die Menge der Pollen minimieren, mit denen deine Schleimhäute in Kontakt kommen. Beim Stoßlüften kommt es zudem auf das richtige Timing an. Am besten funktioniert es, wenn du genau dann lüftest, wenn die Pollenkonzentration in der Luft draußen möglichst niedrig ist. Das ist in der Stadt eher früh morgens und auf dem Land spät abends:
- In der Stadt: morgens lüften
- Auf dem Land: abends lüften
Mittags und nachmittags befinden sich die meisten Pollen in der Luft. In dieser Zeit solltest du Türen und Fenster besser geschlossen halten.
Tipp: Mit einem einfachen Insektenschutznetz für das Fenster kannst du vermeiden, dass durch regelmäßiges Lüften viele Pollen in die Wohnung gelangen.
Häufig sauber machen
Egal wie gut du es zu verhindern weißt, irgendeinen Weg werden die Pflanzenpollen immer nach drinnen finden. Damit sie sich dort gar nicht erst sammeln können, solltest du sie regelmäßig entfernen. Besonders in der Pollenflug-Zeit ist es ratsam, in der Wohnung regelmäßig feucht durchzuwischen. Am besten putzt du auch einmal mehr die Fenster, damit die daran haftenden Pollen nicht doch in die Wohnung gelangen.
Kleidung und Haare sind Pollen-Magnete
Wer seine Kleidung trägt und sie dann ins Schlafzimmer legt, bringt sich damit auch die an der Kleidung haftenden Pollen in den Ruheraum. Nachts lösen sie sich dann aus den Klamotten, fliegen im Zimmer umher und landen womöglich in deinen Atemwegen. In der Pollenflug-Zeit draußen getragene Kleider müssen auch draußen bleiben. Zumindest außerhalb deines Schlafzimmers. Ein häufiges Wechseln der Bettwäsche kann ebenfalls helfen.
Die Pollen landen gerne in den Haaren. Wer sie mit ins Bett nimmt, wird nachts mehr mit Heuschnupfen-Beschwerden zu kämpfen haben. Deshalb wasche lieber einmal mehr deine Haare. Am besten direkt abends vor dem Schlafengehen, damit du die Pollen nicht in dein Schlafzimmer schleppst.
Luftbefeuchter verwenden
Installiere einen Luftbefeuchter oder stelle in deinen Räumen Gefäße mit Wasser auf. Eine angenehme Luftfeuchtigkeit kann vor allem in Innenräumen als wohltuend empfunden werden.
Nasendusche ausprobieren
Einige Menschen nutzen morgens und abends eine Nasendusche mit Kochsalzlösung als Teil ihrer Routine in der Pollensaison. Wenn du dazu Fragen hast, kann dich medizinisches Fachpersonal oder die Apotheke passend beraten.
Tipp 2: Histaminarme Ernährung
Eine unausgewogene Ernährung kann sich allgemein ungünstig auf das Wohlbefinden auswirken. Eine großangelegte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Fastfood im Zusammenhang mit Pollenallergien häufiger genannt wird. Auslöser seien vor allem Transfette.
Grundsätzlich wird im Zusammenhang mit Heuschnupfen häufig auch eine histaminreduzierte Ernährung besprochen. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der auch bei Allergenkontakt freigesetzt wird. Deshalb achten manche Menschen in der Pollensaison bewusster auf Lebensmittel mit höherem Histamingehalt.
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Histaminhaltige Lebensmittel: rohe Wurstprodukte (z. B. Salami), geräucherter Fisch, gereifter Käse, Kaffee, scharfe Gewürze, einige Gemüsesorten (z. B. Tomaten, Spinat, Sauerkraut), Hülsenfrüchte, einige Obstsorten (z. B. Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Kiwi, Ananas, Banane), Nüsse, Schokolade, Fertigprodukte, Konserven
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Histaminarme Lebensmittel: frisches Fleisch, frischer Fisch, Gemüsesorten (z. B. Rote Bete, Kürbis, Brokkoli, Kohlsorten), Obstsorten (z. B. Beeren, Melone, Mango, Apfel), Frischkäse, körniger Frischkäse, Speisequark, Kartoffeln, Reis, Hirse, Quinoa)
Grundsätzlich weisen lang gereifte oder auch fermentierte Lebensmittel einen höheren Histamingehalt auf als frische Lebensmittel.
Tipp 3: Ausgewogene Ernährung in der Pollensaison
Es gibt weitere Lebensmittel, die in einer abwechslungsreichen Ernährung während der Pollensaison eine Rolle spielen können. Baue sie gerne bewusst in deinen Speiseplan ein.
- Wasser hält die Schleimhäute feucht. Trinke deshalb über den Tag verteilt ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee.
- Brokkoli enthält Senfölglykoside, die in wissenschaftlichen Zusammenhängen unter anderem auch im Hinblick auf die Atemwege betrachtet werden. Zusätzlich enthält Brokkoli Vitamin C, das in wissenschaftlichen Zusammenhängen häufig im Bereich antioxidativer Prozesse genannt wird.
- Petersilie ist ein aromatisches Küchenkraut und lässt sich gut frisch in viele Gerichte integrieren.
- Grünes Blattgemüse enthält viele Antioxidantien, Carotinoide und Ballaststoffe und passt gut in eine abwechslungsreiche Ernährung.
- Algen, Wildlachs, Samen und Nüsse sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren werden wissenschaftlich unter anderem auch im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen untersucht. Vermeide hingegen den Konsum von Pflanzenölen wie Distel-, Sonnenblumen- und Maiskeimöl. Sie sorgen für ein zu viel an Omega 6-Fetten, die Entzündungsreaktionen im Körper deutlich verstärken können.
Schon gewusst? Pflanzenprodukte wie Walnüsse und Leinöl sind zwar Omega-3-Lieferanten, aber sie enthalten nur die sogenannte ALA-Fettsäure. Diese ist zwar die Vorstufe von den wichtigen Fettsäuren EPA und DHA, doch sie wird im Körper extrem schlecht zu EPA und DHA umgewandelt. Du musst also für gute Omega-3-Werte sehr große Mengen an pflanzlichen Lebensmitteln mit Omega 3 essen.
- Thymian, Salbei und Eukalyptus werden in der Küche und traditionell auch in der Pollensaison vielseitig verwendet.
- Zwiebel und Knoblauch enthalten von Natur aus verschiedene Pflanzenstoffe, darunter auch Quercetin.
- Holunderbeeren enthalten viele Antioxidantien, Phytonährstoffe und Flavonoide.
Tipp 4: Was die Forschung zum Zusammenspiel von Darm und Immunsystem untersucht
Das Mikrobiom ist das größte innere Organ unseres Körpers. Es bildet für unzählige Prozesse im Körper den Dreh- und Angelpunkt. Durch verschiedene Einflussfaktoren, wie eine unausgewogene Ernährung, Stress oder Antibiotika-Behandlungen, kann sich seine Zusammensetzung verändern. In diesem Zusammenhang wird auch das Leaky-Gut-Syndrom wissenschaftlich diskutiert.
Zusammenhang zwischen Immunsystem und Darm
Du hast bereits erfahren, dass das Immunsystem bei der Entstehung von Heuschnupfen eine zentrale Rolle spielt. Wusstest du, dass 70 bis 80 Prozent unserer Immunzellen im Darm angesiedelt sind? Forschende untersuchen deshalb schon länger, wie Darm und Immunsystem zusammenhängen und welche Rolle das Mikrobiom dabei spielen könnte.
Was bedeutet das im Detail?
Du kannst dir unseren Darm wie eine Blumenwiese vorstellen. Wir möchten möglichst viele, verschiedene bunte Blumen auf unserer Wiese haben. Diese spiegeln unsere guten Darmbakterien wider. Nun ist es aber so, dass wir unsere Wiese auch dementsprechend pflegen und schützen müssen, damit kein Unkraut (= schlechte Darmbakterien) darauf wächst.
Mit probiotischen und präbiotischen Lebensmitteln können wir unsere bunte Blumenwiese, also unseren Darm, sehr gut pflegen:
- Probiotika sind sie guten Darmbakterien. Beispielsweise sind sie in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Kombucha, Apfelessig oder Kefir enthalten.
- Präbiotika sind der Nährboden für Probiotika. Besonders wertvolle Quellen sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Haferflocken, Zwiebeln, Knoblauch, Flohsamenschalen oder Leinsamen.
Wie Forschung zu Probiotika eingeordnet wird
Eine Studie hat untersucht, wie Lakto- und Bifidobakterien im Zusammenhang mit saisonalen Allergien betrachtet werden. Dabei stand vor allem das Zusammenspiel mit dem Immunsystem im Fokus.
Zum gleichen Themenfeld gibt es auch eine weitere Studie . Auch hier wurde untersucht, wie sich Probiotika im Kontext saisonaler Allergien verhalten.
Du siehst, dass Probiotika für unsere bunte Blumenwiese ein spannendes Forschungsthema sind und das Zusammenspiel von Mikrobiom und Immunsystem weiterhin wissenschaftlich untersucht wird.
3. Pollenallergie: Bekannteste Allergieauslöser
Allergischer Schnupfen und Heuschnupfen entstehen bei den Betroffenen primär durch die Pflanzen, die ihre Pollen über den Wind verteilen. Typische Auslöser für eine Pollenallergie sind:
- frühblühende Bäume, wie Hasel, Erle, Birke
- Gräser (v. a. Süßgräser)
- Kräuter (z. B. Beifuß)
Es ist übrigens auch nicht verwunderlich, dass Pollenallergikerinnen und Pollenallergiker sich auch über nasse Tage freuen. Denn danach ist der Pollenflug und somit die allergische Reaktion deutlich geringer, sodass viele Betroffene im Alltag aufatmen.
4. Diagnostik: So wird Heuschnupfen festgestellt
Für eine Allergie-Diagnose kannst du im ersten Schritt deinen Hausarzt oder deine Hausärztin aufsuchen. Entweder kann dir direkt dort geholfen werden, oder du bekommst eine Überweisung zu Spezialisten, wie Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und -Ärztinnen. Folgende Methoden sind üblich, um herauszufinden, ob du unter Heuschnupfen leidest:
- Hauttest/Pricktest: Hierbei werden potenzielle Auslöser für die allergische Reaktion auf die Haut des Unterarms getropft. Durch kleine Nadelstiche (Pricks) gelangen diese in die Haut. Besteht eine Allergie, verfärbt sich die entsprechende Hautfläche nach kurzer Zeit rötlich und kleine Hautquaddeln entstehen.
- Bluttest: Mittels der Messung des spezifischen Immunglobulin E (IgE) wird erkannt, ob das Immunsystem spezifische Antikörper gegen bestimmte Allergieauslöser gebildet hat.
- Provokationstest: Bei diesem Verfahren wird der vermutete Allergieauslöser vom Arzt oder der Ärztin auf die Nasenschleimhaut gebracht. Er gilt als der sicherste Allergie-Nachweis.
5. Unser Fazit zum Thema Heuschnupfen
Heuschnupfen ist eine weit verbreitete Allergieform mit unangenehmen Symptomen für die Betroffenen. Eine ständig laufende Nase, juckende Augen oder allergisches Asthma möchte niemand als Dauerbegleiter im Frühjahr und Sommer haben. Wir geben dir eine Reihe von Informationen und Alltagstipps rund um die Pollensaison an die Hand.
Wenn du bei dir typische Beschwerden beobachtest oder unsicher bist, was hinter ihnen steckt, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Gerade bei wiederkehrenden oder stärkeren Beschwerden kann es hilfreich sein, Auslöser genauer einordnen zu lassen.