12 Min

Prämenstruelles Syndrom - Symptome, Ursachen und Behandlung

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Kennst du das? Ein paar Tage, bevor deine Menstruation einsetzt, treten Stimmungsschwankungen, Heißhunger oder Beschwerden im Unterleib und Kopf auf. Und das jeden Monat aufs Neue. Manchmal sind die Beschwerden sogar so stark, dass es dir schwerfällt, deinen Alltag normal zu bewältigen. Wir zeigen dir, woher die Symptome bei PMS kommen und wie das prämenstruelle Syndrom medizinisch eingeordnet wird.

Prämenstruelles Syndrom: Das Wichtigste in Kürze

  • Das prämenstruelle Syndrom beschreibt körperliche und psychische Beschwerden, die vor der Menstruation auftreten und meist mit Einsetzen der Blutung wieder nachlassen.
  • Zu den häufigen Anzeichen zählen unter anderem Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unterleibskrämpfe und Schlafprobleme.
  • Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden vor allem hormonelle Schwankungen in der zweiten Zyklushälfte.
  • Für die Einordnung spielen auch Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Rauchen eine Rolle.
  • Wenn die Beschwerden regelmäßig auftreten oder den Alltag stark beeinträchtigen, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Schätzungsweise leiden 20 bis 30 Prozent der Frauen unter PMS-Beschwerden. Diese können eine echte Belastungsprobe für die betroffenen Frauen sein.

In diesem Artikel erfährst du, wie die typischen Symptome bei PMS entstehen, wie sie eingeordnet werden und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

1. Prämenstruelles Syndrom (PMS)

PMS ist die Abkürzung für „prämenstruelles Syndrom“. Es beschreibt Beschwerden, die bei gebärfähigen Frauen vor der Regelblutung auftreten. Die Symptome beginnen normalerweise einige Tage bis zwei Wochen vor der Menstruation. Mit dem Eintreten der Blutung verschwinden sie meistens wieder. Während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren treten keine PMS-Symptome auf.

Eine schwere Form des PMS ist die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS). Hauptsymptome sind depressive Verstimmungen und Angstsymptome im Vorfeld der Menstruation. Nicht selten sind die Symptome so schlimm, dass die Betroffenen nicht arbeitsfähig sind.

Das Krankheitsbild der PMDS betrifft etwa zwei bis acht Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter.

2. Symptome bei PMS

PMS ist geprägt von einer Vielzahl an körperlichen und psychischen Beschwerden:

Physische Symptome

  • Wassereinlagerungen
  • Heißhunger
  • Kopfschmerzen
  • Akne, Hautveränderung
  • Schmerzen und Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Unterleibskrämpfe
  • schlechter Schlaf

Psychische Symptome

  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit
  • Aggressivität
  • Angstzustände
  • grundloses Weinen
  • innere Unruhe
  • depressive Verstimmungen

Beachte: Jede Frau ist individuell und so auch ihre Beschwerden. Es ist sehr unterschiedlich, welche Symptome bei PMS auftreten und wie stark diese ausgeprägt sind. Auch Veränderungen von Art und Stärke der Beschwerden in verschiedenen Zyklen sind möglich.

3. Ursachen für PMS

Eine ganz eindeutige Ursache für PMS ist trotz jahrelanger Forschung noch nicht abschließend geklärt.

Es wird aber angenommen , dass es einen Zusammenhang zwischen der Entstehung des prämenstruellen Syndroms und einem Ungleichgewicht der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron gibt. Dieses Ungleichgewicht entsteht bei der betroffenen Frau in der zweiten Zyklushälfte.

Der weibliche Zyklus

Wenn Frauen im gebärfähigen Alter sind, begleitet sie der monatliche Zyklus. Er wiederholt sich in einem ca. 28-tägigen Rhythmus. Damit einhergehend findet bei der Frau permanent ein hormonelles Auf und Ab statt. Diese hormonellen Schwankungen sind ein ganz natürlicher Vorgang.

Es wird erst dann zu einer Belastung, wenn die monatliche Regelblutung mit Beschwerden und Unwohlsein verbunden ist.

Hormonelle Schwankungen

Der Menstruationszyklus wird in erster Linie von den zwei Sexualhormonen Östrogen und Progesteron bestimmt.

Die erste Zyklushälfte wird jeden Monat mit der Regelblutung eingeläutet. In dieser Phase dominiert das Östrogen. Gefolgt vom Eisprung, welcher ca. in der Zyklusmitte stattfindet, folgt die Lutealphase. Danach beginnt die zweite Zyklusphase. Es werden Östrogen abgebaut und vermehrt Progesteron aufgebaut.

Daraus ergeben sich die eben erwähnten natürlichen Hormonschwankungen. Diese sind notwendig, da der Körper sich somit jeden Monat auf eine mögliche Befruchtung vorbereitet.

Durch Einflussfaktoren, wie:

  • Antibabypille (oder auch das Absetzen der Pille)
  • Stress
  • falsche Ernährung

kann das hormonelle Gleichgewicht außerdem durcheinander gebracht werden.

Auch wenn diese Ursache noch weiterer Forschung bedarf, geht man vom jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass dieses hormonelle Ungleichgewicht mit PMS-Symptomen in Zusammenhang stehen kann.

4. Diagnose von PMS

Solltest du anhand der genannten Symptome die Vermutung haben, an PMS zu leiden, kann dir eine ärztliche Untersuchung Klarheit verschaffen. Durch eine ausführliche Anamnese und eine Blutuntersuchung bzw. die Bestimmung bestimmter Hormonwerte kann PMS eingeordnet und beurteilt werden.

Eine PMS-Diagnose wird unter folgenden Voraussetzungen gestellt:

  1. Die Beschwerden treten zyklusabhängig auf.
  2. Es muss mindestens eine beschwerdefreie Woche in der ersten Zyklushälfte vorhanden sein.

Gleichzeitig können auch Krankheiten, die ähnliche Symptome wie PMS mit sich bringen, überprüft und ausgeschlossen werden.

5. Behandlungsmöglichkeiten bei PMS

Solltest du unter PMS leiden, gibt es einige Möglichkeiten, die Beschwerden einzuordnen und ärztlich begleiten zu lassen.

Pflanzliche Helfer bei PMS

Pflanzen spielen in der Naturheilkunde seit Langem eine Rolle. Im Zusammenhang mit Zyklusbeschwerden werden verschiedene Kräuter traditionell genannt.

Unterstützende Ernährung bei PMS

Die Ernährung kann einen großen Einfluss auf deinen Zyklus und dein allgemeines Wohlbefinden haben.

Folgende Lebensmittel werden in Beobachtungsstudien im Zusammenhang mit dem Zyklus immer wieder betrachtet:

  • Komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse)
  • Gesunde Fette (Nüsse, Avocados, Olivenöl, Leinöl, Fisch)

Folgende Lebensmittel werden in diesem Zusammenhang ebenfalls häufig diskutiert:

  • Einfache Kohlenhydrate (Weißmehl)
  • Zucker (Softgetränke, Säfte, Süßigkeiten, Gebäck)
  • Ungünstige Fette (Schmalz, Palmfett, Sonnenblumenöl, viele Omega-6- und Transfette)
  • Zusatzstoffe (Fertiggerichte, Fast Food)

Eine Studie konnte zeigen, dass Frauen, die sich ungesünder ernährten, häufiger unter PMS litten als jene, die sich überwiegend gesund ernährten. Dies bestätigte eine Studie , die untersuchte, dass komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn, Haferflocken und Kartoffeln in diesem Zusammenhang eine Rolle spielten.

Ein leidiges Symptom, welches das prämenstruelle Syndrom oft mit sich bringt, ist die Stimmungsschwankung. Gerade diese können durch die Ernährung beeinflusst werden, weswegen du unbedingt einen Blick auf deine aktuelle Ernährungsweise werfen solltest.

Flüssigkeitszufuhr

Darüber hinaus solltest du darauf achten, viel Wasser zu trinken. Während des Zyklus kann es durch hormonelle Veränderungen zu einer veränderten Flüssigkeitsausscheidung kommen. Mit einer ausreichenden Zufuhr an Wasser oder ungesüßtem Tee unterstützt du eine konstante Flüssigkeitsaufnahme im Alltag.

Tryptophan

Tryptophanreiche Lebensmittel werden im Zusammenhang mit Stimmung und Wohlbefinden immer wieder diskutiert. Die Aminosäure Tryptophan ist eine Vorstufe für den Neurotransmitter Serotonin. Von PMS betroffene Frauen haben häufig einen niedrigen Serotonin-Spiegel, was unter anderem Stimmungsschwankungen auslösen kann. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Erhöhung der Serotonin-Produktion im Körper im Zusammenhang mit prämenstruellen Beschwerden untersucht wurde. Ebenso verschlimmerte ein Mangel an Tryptophan Symptome wie Reizbarkeit. Tryptophanhaltige Nahrung könnte diesem Mangel entgegenwirken und die Serotonin-Konzentration im Körper erhöhen. Viel Tryptophan findest du in Hülsenfrüchten, Getreideprodukten sowie speziell in Spargel und Kakaopulver.

In diesem Artikel erfährst du, wo Tryptophan noch enthalten ist und welche Eigenschaften die Aminosäure im Körper hat:

Magnesium

Auch Magnesium ist ein Nährstoff, der im Zusammenhang mit normalen Körperfunktionen häufig thematisiert wird.

Vitamin D

Achte auf deinen Vitamin-D-Spiegel, wenn du Beschwerden rund um deinen Zyklus ärztlich einordnen lassen möchtest. In einer umfangreichen Studie wurden 28 Studien zu der Thematik ausgewertet. Es konnte festgestellt werden, dass sowohl niedrige Vitamin-D-Werte als auch niedrige Calcium-Werte im Zusammenhang mit PMS-Symptomen in der zweiten Zyklushälfte untersucht wurden. Vitamin D sorgt dafür, dass Calcium im Körper aufgenommen und verwertet wird.

Vitamin B6

Es liegen Hinweise vor, dass auch Vitamin B6 im Zusammenhang mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) untersucht wurde. Nach dem achtwöchigen Interventionszeitraum einer Studie kam es in der Interventionsgruppe zu Veränderungen hinsichtlich verschiedener Symptome. Dabei sind besonders Veränderungen psychischer Beschwerden aufgefallen.

Welche Rolle Bewegung im Alltag spielen kann

Bewegung und Sport gehören in jeder Hinsicht zu einer gesunden Lebensweise dazu. Auch in Hinblick auf PMS-Symptome wurde in einer Studie aufgezeigt, dass jene jungen Frauen, die Sport trieben, weniger unter PMS litten als diejenigen, die viel Zeit inaktiv verbracht haben. Daher spielt auch die Bewegung eine Rolle im Alltag vieler Frauen.

Rauchen und PMS

Rauchen kann ein begünstigender PMS-Faktor sein. Dies wurde in einer Studie nachgewiesen. Insbesondere scheinen die psychischen Symptome durch das Rauchen zugenommen haben.

Eine Studie fand heraus, dass Frauen, die bereits im Jugendalter rauchen, eine 2,5-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, unter PMS zu leiden. Auch weitere Studien kamen zu diesen Ergebnissen.

Medikamentöse Behandlung von PMS

Viele Frauen greifen in den Tagen vor ihrer Regelblutung zu Schmerzmitteln, z. B. Ibuprofen, um Kopfschmerzen oder Unterleibskrämpfe zu behandeln.

Zudem gibt es eine ganze Reihe Medikamente, die nur nach Absprache mit deinem Arzt bzw. deiner Ärztin eingenommen werden können.

  • Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sind bevorzugte Medikamente bei schweren PMS-Formen oder bei PMDS. Laut einer Meta-Studie wurden Serotonin Wiederaufnahmehemmer bei psychischen Beschwerden im Zusammenhang mit PMS untersucht.
  • Das prämenstruelle Syndrom (PMS) kann bei einer Frau auch zu Wassereinlagerungen führen. Betroffene Stellen sind i.d.R. Arme, Beine und Brüste. In diesen Fällen werden teilweise entwässernde Arzneimittel, Diuretika, eingesetzt.

Medikamentöse Therapien sind immer ärztlich abzusprechen. Bei einer diagnostizierten PMS oder PMDS mit hohem Schweregrad werden diese in besonders akuten Fällen in Betracht gezogen.

Da Arzneimittel immer auch Nebenwirkungen mit sich bringen, sollten diese möglichst nur in Sonderfällen zum regelmäßigen Einsatz kommen.

6. PMS oder schwanger?

Die frühen Anzeichen einer Schwangerschaft und PMS-Symptome können im ersten Moment sehr ähnlich sein. Schnell kann sich Ungewissheit breit machen, ob es der Hinweis auf eine mögliche Schwangerschaft oder das baldige Einsetzen der Periode ist.

Anhand folgender Unterscheidungsmerkmale kannst du bei Symptomen, wie Müdigkeit, Brustspannen, Stimmungsschwankungen oder Unterleibsschmerzen erkennen, ob du dich im Stadium einer frühen Schwangerschaft befindest oder du unter PMS-Symptomen leidest:

  • Achte darauf, ob die Symptome über einen längeren Zeitraum andauern. Wenn ja, könnte es ein Indiz für eine mögliche Schwangerschaft sein. Liegen die Symptome im prämenstruellen Syndrom begründet, verschwinden diese mit dem Einsetzen der Regelblutung für gewöhnlich wieder.
  • Miss deine Basaltemperatur. Hier geht es um die Aufwachtemperatur. Steigt diese dauerhaft um etwa 0,5 Grad Celsius an, kann es ein Hinweis darauf sein, dass du schwanger bist.
  • Leichte Einnistungsblutungen können einen Hinweis geben. Bei einigen Frauen kommt es nach der Befruchtung der Eizelle, ca. zwischen dem siebten und zehnten Tag, zu leichten Blutungen. Diese werden oft als Zwischenblutung gedeutet. Es kann sich jedoch auch um eine sogenannte Einnistungsblutung handeln.
  • Spätestens, wenn die Periode ausbleibt, empfiehlt sich der Gang zum Frauenarzt bzw. zur Frauenärztin, um eine mögliche Schwangerschaft zu erkennen. Vorher kannst du zu Hause bereits einen Schwangerschaftstest machen, um eine mögliche Schwangerschaft zu erkennen. Da diese nicht immer zu 100 Prozent sicher sind und wenn du dich sehr unsicher fühlst, solltest du dich nicht vor einem zusätzlichen Arztbesuch scheuen.

Wichtig: Mach dich nicht verrückt und höre auf die Anzeichen deines Körpers. Durch einen Schwangerschaftstest und eine ärztliche Abklärung bekommst du Gewissheit.

7. Zusammenfassung zum Thema prämenstruelles Syndrom

Das Thema „prämenstruelles Syndrom“ gehört zu den weit verbreiteten weiblichen Gesundheitsthemen und stellt für die Betroffenen eine enorme Belastung dar.

Jeden Monat aufs Neue erleben Frauen, die unter PMS leiden, Tage vor der Periode als besonders herausfordernd. Die prämenstruellen Veränderungen sind geprägt von Stimmungsschwankungen, Beschwerden im Unterleib, Heißhunger, Kopfschmerzen, schmerzenden Brüsten, Schlafproblemen, vorübergehender Gewichtszunahme – oder auch mehreren Symptomen gleichzeitig.

Wenn Beschwerden regelmäßig auftreten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, kann es ratsam sein, sie ärztlich abklären zu lassen. Je nach Ausprägung kommen unterschiedliche Ansätze infrage, darunter Veränderungen im Alltag, naturheilkundliche Ansätze oder in schweren Fällen auch medikamentöse Behandlungen.

100%